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erfasst am 06. Jan 2003
 

Das Klaus-Kuhnke-Archiv für Populäre Musik

Das Klaus-Kuhnke-Archiv ist ein Präsenzarchiv, das laut Gesellschaftsvertrag zugänglich ist für die "musikpädagogisch und musikwissenschaftlich interessierte Öffentlichkeit''. Es enthält Sammlungen u.a. von Klaus Kuhnke, Manfred Miller, Peter Schulze und Ingolf Wachler aus allen Gebieten Populärer Musik, von Johann Strauß bis zu den Sex Pistols, von John Coltrane bis Ted Herold, Jazz, Blues, Volksmusik, Rock, Soul und was der Kategorien mehr sind, die nicht Gegenstand der traditionellen Musikwissenschaft, aber in diesem Archiv vorhanden sind. Zur Zeit sind ca. 90.000 Platten in der Datenbank erfasst und nach Titeln, Interpreten und Urhebern zu recherchieren. Der Zeitschriftenbestand ist bisher weitgehend im Computer erfasst.

Bestände:

- ca. 100.000 Tonträger (Schellack, Vinyl, CD, Kassetten, Tonbänder)

- ca. 8.000 Bücher (Biographien, systematische Bücher, Lexika)

- über 160 Periodika (teilweise vollständig, zum Teil auf Mikrofilm)

 

Klaus Kuhnke...

war einer der Mitbegründer des Archivs für Populäre Musik. Er wurde 1944 in Rerik geboren, wuchs in Hamburg auf, studierte dort Germanistik und Philosophie, arbeitete ab 1969 als Herausgeber (u.a "Die alten bösen Lieder - Lieder und Gedichte der Revolution von 1848"), als Rundfunk- und Fernsehjournalist, als Redakteur und Autor der Zeitschrift "Kunst und Gesellschaft'', Mitautor der über 100-teiligen Radiosendereihe "Roll Over Beethoven'' (RB/WDR) und der 10-teiligen Fernsehreihe "Rock'n'Roll Music'' (NDR).

Klaus Kuhnke war einer der klügsten und scharfsinnigsten Denker auf dem Gebiet der Populären Musik. Geschwätzigkeit, musikalisch wie journalistisch, war ihm zuwider. Dummheit in Musik und Musikprogrammen des Radios stellte er unerbittlich bloß.

1988 starb Klaus Kuhnke. Das Archiv ist Teil seines Lebens.

 

In Erwägung, dass...

- weite Teile des Musikschaffens damals weder von 
  Musikwissenschaft noch von Musikethnologie zur Kenntnis genommen wurden,

- zu vernünftigen sozial- und geistesgeschichtlichen Einschätzungen nur kommen kann,
  wer den gesamten Bereich des Musikschaffens -regional wie kategorial- zur Kenntnis nimmt,

- die Musikindustrie wohl an der Verwertung, nicht aber an der Aufarbeitung der Musik, die sie produziert, interessiert ist,

gründeten 1975 Klaus Kuhnke, Manfred Miller und Peter Schulze das "Archiv für Populäre Musik'' als gemeinnützige GmbH, wohl wissend, dass dies eine öffentliche Aufgabe ist, dass aber die öffentliche Hand sich nicht anders verhielt als Musikwissenschaft oder Musikindustrie.

Neben der Sammlungstätigkeit entwickelte das Archiv auch verlegerische Aktivitäten mit der Herausgabe des Buches "Geschichte der Popmusik'', der Zeitschrift "Anschläge'' sowie verschiedenen Personaldiskographien.

In den Jahren 1984 - 1989 bereiteten vier Vollzeitkräfte die Bestände des Archivs EDV-technisch auf.

Nach dem Tod von Klaus Kuhnke 1988 beschlossen die Gründer, das Archiv nach ihm zu benennen und es auf eine ökonomische Grundlage zu stellen, die die Öffentlichkeit der Aufgabe besser berücksichtigt. Nach Verhandlungen mit mehreren Interessenten trat schließlich der "Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in der Freien Hansestadt Bremen e.V.'' der gemeinnützigen GmbH bei. Der neue Vertrag sichert die Existenz und Weiterentwicklung des Klaus-Kuhnke-Archives langfristig.

Im April 1991 bezog das Archiv neue Räume in der Hochschule für Künste. Gleichzeitig konnte die Datenbank mit den Beständen des Archivs auf den PCs in Betrieb genommen werden, die seit Dezember 1995 auch im Internet weltweit recherchierbar ist.

1998: Veröffentlichung von Geschichte der Popmusik Band 2 (1945-69) als Buch mit 52 CDs.